Hier werden im Rahmen des "Jahres der Industriekultur Sachsen 2020" Beiträge zur 500-jährigen Industriegeschichte Sachsens vorgestellt, die einen breiten Themenkreis überstreichen. 

Emil Heuer, Heinrich Gläser, Gläser-Karosserie

Emil Heuer (27. Dez. 1857 - 29. März 1934) - Der Radeberger Unternehmer und Pionier der Fabrikation einzigartiger Automobilkarosserien 

Dieser Beitrag wird in mehreren Folgen in der Zeitung „die Radeberger“ veröffentlicht, beginnend mit Ausgabe 13/2021 vom 31.3.2021  bis   Ausgabe 25/2021 vom 25.6.2021. 


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Schornsteinsprengung Radeberg - ehemalige Karosseriefabrik Emil Heuer

Karosseriebau in Radeberg - die spektakuläre Schornsteinsprengung symbolisiert das Ende des Standortes Radeberg des ehemaligen Unternehmens "Gläser Karosserie Dresden - Karosseriefabrik Emil Heuer Radeberg". Einmalige historische Aufnahmen zum Standort, zum Abriss des Areals bis hin zur Sprengung des für das Stadtbild markanten Schornsteins am 13. April 2013.

©Renate Schönfuß-Krause & Klaus Schönfuß 


Hier die erweiterte, ausführliche Text-Fassung mit dem vollständigen Quellenverzeichnis: 

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Emil Heuer, Heinrich Gläser, Gläser-Karosserie
Emil Heuer - Der Radeberger Unternehmer und Pionier der Fabrikation einzigartiger Automobilkarosserien, der "Macher" hinter der Marke "Gläser-Karosserie"
Emil Heuer, Heinrich Gläser, Gläser-Karo
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Hier die vollständige Chronologie von der Gründung 1864 durch Heinrich Gläser über die gesamte Unternehmensentwicklung der Marke "Gläser Karosserie" unter Emil Heuer bis zum Erlöschen der Marke 1951 /52:

   

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Gläser Karosserie - Chronologie von 1864 bis zum Erlöschen der Marke 1951/52 in tabellarischer Form
mit Zeitraum, Firmierung / Ereignis, Inhaber und Standort-Angaben.
Chronologie Gläser-Karosserie Tab. 20210
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Zu den Bilder-Galerien: 




Kurze Einführung zum Thema:

 

Emil Heuer, der Auto-Karosseur hinter der bekannten Marke „Gläser“ – sein Name blieb bis in unsere Zeit weitestgehend unbekannt…  
fast vergessen!

Emil Heuer, der "Macher" hinter der Marke "Gläser Karosserie". Um 1885
Emil Heuer, der "Macher" hinter der Marke "Gläser Karosserie". Um 1885

Es erscheint immer wieder als ein Phänomen, dass der Name des Mannes, der einzigartige Automobilkarosserien als weltweit bewunderte Unikate unter der Marke „Gläser“ erschuf, unter seinem eigenen Namen „Emil Heuer“ so gut wie unbekannt ist. Oldtimer-Fans kennen und bewundern die „Gläser“-Fahrzeuge, Besucher des Dresdner Verkehrsmuseums bestaunen sie, diese ausgefallenen Automobile der 1920er und 1930er Jahre, von denen in der Dresdner Ausstellung u.a. zu erfahren ist: Röhr 8 Typ F – Das Schmuckstück unserer Oldtimerausstellung, Prachtvolles Äußeres, edle Innenausstattung (…), die Karosserie, Baujahr 1933, stammt von der Firma Gläser aus Dresden, einer der damals angesehensten Karosseriebaufirmen Deutschlands.“

 

Und selbst in den Informationen zu Sonderausstellungen des Verkehrsmuseums Dresden sucht man vergeblich den Hinweis auf den eigentlichen Schöpfer der zu Recht hochgelobten „(…) formschönen und extravaganten Gläser-Cabriolets“, „(…) aus einer der bedeutendsten deutschen Karosseriebaufirmen, die Dresdner Firma Heinrich Gläser“ oder „Die Dresdner Firma Heinrich Gläser war ein Carossier von Weltruf“ – alles richtig, jedoch kein einziges Wort über den eigentlichen „Macher Emil Heuer“, der offensichtlich hinter der Marke „Gläser“ vergessen wurde. Oder von dem man zu wenig weiß? 

 

1885 – Carl Benz erfindet das Automobil -

Emil Heuer eröffnet Wagenbauerei und wird zum Karosseriebauer

Das Jahr 2021 ist ein Jubiläumsjahr und wird anlässlich der Geburtsstunde der Automobilentwicklung gefeiert, durch die maßgeblich ein neues Zeitalter der Motorisierung im Straßenverkehr einsetzte und mit deren Innovation die Entwicklung der Industriekultur einen bis dahin ungeahnten weiteren Aufschwung nahm. Denn genau vor 135 Jahren hatte Carl Benz (1844-1929) am 29.Januar 1886 seinen 1885 gebauten ersten „Benz Patent-Motorwagen Typ 1“ zum Patent angemeldet – fast zeitgleich stellte ebenfalls 1885 der Radeberger Schmiedemeister Emil Heuer seine Werkstatt von „Schmiede mit zusätzlichem Hufbeschlag“ auf „Wagenbauerei“ um, was zunächst den Bau von Pferde-Karossen bedeutete (1). Er sollte jedoch bald zu dieser jungen Generation begeisterungsfähiger Konstrukteure und Karosseriedesigner der zukünftigen Automobilentwicklung (2) gehören, die ihre Kenntnisse des traditionellen Wagen- und Kutschenbaues auf die „Benzinkutschen“ mit den entwickelten Motorantrieben eines Carl Benz (1844-1929), Gottlieb Daimler (1834-1900) oder Wilhelm Maybach (1846-1929) übertrugen. Emil Heuer konnte damals, in diesen vorerst bescheidenen Anfangsjahren, nicht im Geringsten erahnen, welch eine Entwicklung die gesamte Automobilbranche in den nächsten Jahrzehnten nehmen würde, noch weniger, dass er zum Gründer eines deutschen Traditionsunternehmens der Automobilkarosserie mit klangvollem Namen in der Welt werden würde, dem Namen seines verstorbenen Compagnons „Karosserie Gläser Dresden“, den er als Marke übernahm, obwohl Heinrich Gläser nie eine einzige Automobilkarosserie hergestellt hatte.


Bilder-Galerie

Emil Heuer - Das Unternehmen


Bilder-Galerie

Emil Heuer - Die Familie


Gläser Karosserie Dresden - Firmenmarke mit Zusatz-Band für Einzelanfertigungen nach Kundenwunsch, am "Röhr 8 F Cabrio" im Verkehrsmuseum Dresden.
Gläser Karosserie Dresden - Firmenmarke mit Zusatz-Band für Einzelanfertigungen nach Kundenwunsch, am "Röhr 8 F Cabrio" im Verkehrsmuseum Dresden.

Emil Heuer wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als Karosseriebauer, unter der Marke „Gläser“, mit zu einem der gefragtesten Karosseuren für die Fahrzeugproduzenten der Automobilherstellung. Seine Erfolgsgeschichte ist beeindruckend und zeigt seinen Werdegang auf, vom Hufschmied und Wagenbauer zum Konstrukteur von Radeberger-Bierkutschwagen mit Petroleumheizung bis zum Unternehmer mit der Fertigung von einzigartigen Cabriolet-Karosserien von Weltruf.

 

 

Lesen Sie selbst in der

obigen PDF-Datei.



(1) Karossen: zumeist komplett in Holz gebaute Kutschkästen und Pferdefuhrwerke;

(2) Karosserie: kompletter Aufbau eines Kraftfahrzeuges auf einem tragenden Fahrgestell mit Motor. 



Bildergalerien von Oldtimern mit Gläser-Karosserien

"Opel-Party" zum 2. Gläser-Karosserie-Treffen in Dresden,
17 . -  20. Juni 2010

2. Gläser-Treffen 2010 in Dresden, Teilnahme-Plakette an einem Opel S 6. Foto: Schönfuß
2. Gläser-Treffen 2010 in Dresden, Teilnahme-Plakette an einem Opel S 6. Foto: Schönfuß

 ©Sofern nicht anders angegeben, stammen die Fotos in diesem Abschnitt aus dem Bericht von Herrn André Breutel, dem wir für die Bereitstellung und freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung auf dieser Website danken möchten. Jegliche Kopien und Weiterverwendungen sind nur mit schriftlicher Zustimmung des Urhebers bzw. Rechte-Inhabers  Hr. André Breutel zulässig.

Das 2. Gläser-Treffen wurde organisiert und betreut durch Frau Monika und Herrn Siegfried Rüdiger, Radebeul.

Auswahl-Kriterien der hier gezeigten Fahrzeuge sind die Gläser-Karosserien; technische Daten zu den Fahrzeugen sind den einschlägigen Medien zu entnehmen.


Oldtimer mit Gläser-Karosserien

werden bestens und schwer bewacht...

 

Im rechten Bild: 
Opel Kapitän Cabrio Zweisitzer von 1938.   Foto: S. Rüdiger


Logos, Wort-Bild-Marken und Plaketten an Oldtimern mit Gläser-Karosserien 

Bildergalerie von Oldtimern "der ersten Stunden" anderer Automobil-Marken

Dreirad-Motorwagen  "Cyklonette" der "Cyklon Maschinenfabrik Berlin", produziert ab 1902

Cyklonette, erster Dreirad-Motorwagen der "Cyklon Maschinenfabrik Berlin", hergestellt ab 1902
Cyklonette, erster Dreirad-Motorwagen der "Cyklon Maschinenfabrik Berlin", hergestellt ab 1902

Wahrscheinlich eines der ersten Motorfahrzeuge in Radeberg, um 1904.

 

Einzylinder-Motor, 450 ccm, 3,5 PS, Kettenantrieb; Vorderrad mit Motor und Antrieb waren eine Baueinheit und wurden mittels einer Bedien-Stange gelenkt;  Bandbremsen hinten, gefederte Sitzkasten-Aufhängung hinten noch ähnlich der Pferde-Kutschen, 

Foto: Sammlung D. Fuchs, Solingen 

 

Auf dem Bild: Eigentümer und  Fahrer Georg Alexander Knobloch (1853-1923), Kaufmann in Radeberg, Landtagsabgeordneter im Königlich-Sächsischen Landtag von 1901 bis 1918. 

 

Opel Darracq 1903; hergestellt von der 1894 von Alexandre Darracq gegründeten französischen Automobilfirma Automobile Darracq S.A.    


Verzeichnis aller Quellen und Anmerkungen

Die Referenz-Nr. beziehen sich auf den Artikel-Abdruck in der Zeitung "die Radeberger", beginnend mit Ausgabe 13/2021 vom 31.3.2021 

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  1. Museum Schloss Klippenstein: Collage Verlag Paul Zimmermann, Radeberg, Hauptstr. 6
  2. Bernd Goldammer: Gelebte Automobilgeschichte aus Radeberg“, SZ 7. Sept. 2014
  3. Karossen: zumeist komplett in Holz gebaute Kutschkästen und Pferdefuhrwerke;
  4. Karosserie: kompletter Aufbau eines Kraftfahrzeuges auf einem tragenden Fahrgestell mit Motor.
  5. Die Zeit zwischen 1886-1920 ist von offenen Automobilen geprägt, erst danach etablierten sich geschlossene Karosserien, und Karosseriebauer bieten neben Limousine und Coupe‘ mit festem Aufbau auch das Landaulet und Kabriolet an.
  6. Gottlieb Daimler erschuf 1886 aus einer Pferdekutsche, mit seinem von ihm entwickelten Motor, ein erstes vierrädriges Automobil. 1890 wird in Cannstatt bei Stuttgart die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) gegründet, die bis 1900 zum führenden Hersteller von Luxus-Automobilen aufsteigt und im April 1900 den Namen „Mercedes“ erhalten hat.
  7. 1926 erfolgte der Zusammenschluss der Daimler-Motoren-Gesellschaft (Marke Mercedes) mit Benz & Cie. zur „Daimler-Benz-AG“;
  8. Hubert Schier: „Die Steyrer Automobil-Geschichte“, Ennsthaler 2015;
  9. Blog Vorkriegsklassiker Rundschau, Michael Schlenger: „Fund des Monats“ 2019, Nash 1930, Horch 930V Roadster;
  10. Wilhelm Maybach (1846-1929), Autokonstrukteur, konstruierte 1901 den ersten Mercedes, der als Vorbild aller modernen Personenwagen gilt; Sohn Karl Maybach (1879-1960), Konstrukteur und Pionier der serienmäßigen Herstellung in der Autoindustrie.
  11. Carl Benz (1844-1929), Erfinder des ersten Motorwagens mit Patent 1885/1886, erster Serienwagen1894, C. Benz stellt 1887 in Paris aus, 1889 zur Weltausstellung in Paris mit weiteren Herstellern; 1897 Gründung Mitteleuropäischer Motorwagenverein in Berlin unter Benz, Daimler, Lutzmann, Kühlstein mit Vorstellung von 8 Motorwagen (nur 4 Aussteller); 1898 Berlin 2. Motorwagenausstellung mit 13 Fahrzeugen; 1899 Internationale Motorwagen-Ausstellung Berlin mit über 100 Ausstellern; 1902 Automobil-Ausstellung unter „Verein Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller“; ab 1897 fast jährliche internationale Ausstellungen;
  12. Kunden der High-Society bei Maybach-Automobilen waren u.a. Enrico Caruso, Max Schmeling, der Kaiser von Äthiopien Haile Selassie, König Paul von Griechenland, das niederländischen Thronfolgerpaar Juliane und Prinz Bernhard, Fürst Esterhazy, die indischen Maharadschas von Jaipur, Potila und Kolhapur.
  13. Karossierte Automobile als Einzelanfertigung erhielten unter der Gläser Marke noch zusätzlich eine Plakette „Spezialkarosse“.
  14. 1902 Automobil-Ausstellung unter „Verein Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller“;
  15. 22. Juli 1894 erstes Automobilrennen von Paris nach Rouen mit 102 Fahrzeugen (Dampf-, Benzin- und elektr. Antrieb), 15 Wagen erreichten das Ziel.
  16. Brüder von Emil Heuer:
       Karl August Robert * 13. März 1870;
       Ernst Theodor * 10. März 1872;
       Wilhelm Hermann * 27. Sept. 1873;
       Ernst Erwin * 17. Juli 1877;
  17. Ebd. S. 27/28;
  18. KWD Automotive, Festschrift 150 Jahre Karosseriebau in Dresden und Radeberg 2014, S. 6;
  19. Carl Heinrich Gläser (30.Okt.1831 Erdmannsdorf/ Erzg.- 5.Dez. 1903 Dresden), betrieb seit 1864 eine Werkstatt für Sattlerei und Wagenbau auf der Rampischestr. 24 (später 6), stellte hochwertige Kutschen und Schlitten her und wurde ab 1870 Königlicher Hoflieferant, ab 1874 Königlicher Hofwagenbauer;
  20. Gläser führte seine Manufaktur in Arbeitsteilung und produzierte mit Stellmachern, Schreinern, Lackierern, Linierern, Vergoldern, Sattlern u.a.m.;
  21. Bernd Rieprich: Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte“, Heft 12, 2014, S.29 ff;
  22. Radeberger Adressbuch 1896;
  23. Eintrag nur im Adressbuch, nicht im Handelsregister Dresden 1898;
  24. Adressbuch und Handelsregister der Stadt Dresden 1899;
  25. ebd. Handelsregister Dresden 1900;
  26. Bertha Ottilie Hedwig Heuer, geb. Bergmann (*9. März 1864 Prietitz- † 20. Dez.1947 Dresden-Klotzsche;
  27. Kinder, alle in Radeberg geboren:
       Emil Georg H. (* 21.02.1886: † 1932 Dresden),
       Georg Edmund (* 07.03.1888; † 25.11.1967 Weiden/ Opf.),
       Bertha Johanna (* 30.10.1894),
       Theodor Erich (* 03.08.1896; † 24.12.1982 Weiden/ Opf.);
  28. ebd. Adressbuch Dresden 1900;
  29. Handelsregister Dresden 1900;
  30. Handelsregister Amtsgericht Radeberg, 15. Juli 1900, Nr. 227, „Betrieb mit altem Standort“;
  31. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, alle in Radeberg geboren:
       Liddy Charlotte, verh. Knorre (23. Mai1899 - 7. März1977),
       Robert Kurt (21. Okt.1900 - 17. Aug.1963),
       Erna Wally (* 22. Juli 1902),
       Karl Johannes (* 30. Nov.1904),
       Elly Ilse (6. Nov.1908 - 2. Mai 2001 Kassel)
  32. Übermittlung der Familienlegenden durch Emil Heuers Urenkel Nikolas Albrecht;
  33. Radeberger Chronik 1840 – 1904, Museum Schloss Klippenstein Radeberg, Arch.-Nr. 3477. Handschrift von 1903; Seite 604
  34. Radeberger Adressbuch: Ab 1903 Robert Heuer Wagenfabrikant, ein Theodor Heuer als Schmiedemeister Pulsnitzerstr. 4 erwähnt, 1914 Robert Heuer Wagenfabrikant und Mitbesitzer Pulsnitzer Str. 7 (alte Benummerung); 1937 als Fabrikbesitzer Pulsnitzer Str. 25;
  35. Bernd Rieprich: Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte“, 12, 2014, S. 32/33;
  36. ebd. Handelsregister Dresden 1907;
  37. „Cabriolet“ hieß ein leichter, offener Wagen, der von zwei Pferden gezogen wurde, kommt aus dem Französischen „cabrioler“ für "Luftsprünge machen", "Kapriolen schlagen";
  38. Die Marke „Mercedes“ wurde 1902 durch die Daimler Motoren Gesellschaft (DMG) verbindlich;
  39. KWD-Automotive: Festschrift 150 Jahre Karosseriebau in Dresden und Radeberg 2014, S.7;
  40. ebd. S.7/8;
  41. ebd. S. 9;
  42. Handelsregister Dresden 1914, Prokurist Emil Georg Heuer;
  43. Ausstellungsstück Verkehrsmuseum Dresden;
  44. Spezialfirmen wie „Heuer-Gläser“, mit handwerklichen Sonderanfertigungen, waren auf ihre hervorragenden Fachkräfte angewiesen und dementsprechend war auch das Arbeitsklima in den Handwerksbetrieben. Der Gegensatz war die industrielle Fließbandfertigung für Großserien mit angelernten Arbeitskräften, die nur wenige Handgriffe am taktgesteuerten Fließband erledigten und jederzeit austauschbar waren.
  45. Protos war eine Marke aus Berlin Nonnendamm
  46. Dipl. Ing. Chr. Binnebesel: „Vom Handwerk zur Industrie – Der PKW-Karosseriebau in Deutschland bis 1939“, S. 94;
  47. KWD-Automotive, Festschrift 150 Jahre Karosseriebau in Dresden und Radeberg 2014. S.10;
  48. Paul Jaray, (1889-1974), Österreichischer Aerodynamiker für Luftschiffe, Flugzeuge und Automobile;
  49. Dipl. Ing. Chr. Binnebesel: „Vom Handwerk zur Industrie – Der PKW-Karosseriebau in Deutschland bis 1939“, S. 121-122;
  50. Pullman-Limousine (so benannt nach den luxuriös eingerichteten Eisenbahnwagen des amerikanischen Industriellen G. M. Pullman) ist ein Personenwagen, mit Platz für mindestens sieben Personen und einer Separationsscheibe im Innenraum;
  51. Die Marke Nash wurde 1916 in den USA gegründet;
  52. Michael Schlenger: „Spezielle Karosserien, Nash“, 2019;
  53. KWD- Automotive, Festschrift 150 Jahre Karosseriebau in Dresden und Radeberg 2014. S. 11;
  54. Peter Schmalz: Motorisierte Sänften aus dem Hause des Hofwagenbauers, 2.07.1998;
  55. Verkehrsmuseum Dresden: „Luxus auf 4 Rädern – 150 Jahre Gläser Karosserien Dresden“, 5.Januar 2014;
  56. Edward Gowan Budd (1870-1946) hatte die Technik der Ganzstahlkarosserie nach Deutschland gebracht, ein besonderes Verfahren, mit der man Blechtafeln durch Tiefziehen in nahezu jede Form pressen kann, um sie als selbsttragende Strukturen zu verbinden;
  57. Wikipedia: Ambi Budd;
  58. General Motors Company (GMC), global operierender US-amerik. Automobilkonzern, dem mehrere Marken gehörten, u.a. die Tochtergesellschaft Buick;
  59. Wichtige Kunden bekamen durch Zusammenbruch der Banken Finanzierungsprobleme: Steyr-Werke AG, Audi, DKW, und Horch gründeten Auto-Union-A.G., Wanderer-Werke A.G. verkauften an die Auto-Union, Presto-Werke Chemnitz und Elite Diamantwerke Brand-Erbisdorf wurden insolvent;
  60. Zusammenschluss der Firmen zur Autounion-AG unter Führung von DKW erfolgte am 29. Juni 1932;
  61. KWD-Automotive: Festschrift 150 Jahre Karosseriebau in Dresden und Radeberg 2014, S.13;
  62. ebd., und Adressbuch: 1916-1921
  63. Sterbeurkunde Nr. 11 181, 1934 Standesamt Dresden I., die Beisetzung erfolgte unter Nr. 45717 des Einäscherungsregisters Dresden, Neuer Park, als „Königlich- Sächsischer Hoflieferant“ am 14.04 1934;
  64. Willy Bochmann hatte 1929 Johanna Heuer (1894-1995) geheiratet. Das Paar bewohnte eine Villa in Dresden-Klotzsche, Alexander Herzen-Str. 19. Er war Klempnermeister und hatte nach dem Tod seines Vaters ab 1922 als Inhaber die „Firma Carl Bochmann“, Dammweg 16, Dresden (Äußere Neustadt, Nähe Bischofsweg), übernommen, die er 1929 als Fabrikbesitzer in „Spiel- und Metallwarenfabrik“ umfirmierte und unter der Marke "Cabo" produzierte. Bereits 1935 sicherte sich Willy Bochmann Rüstungsaufträge der Wehrmacht, die bald 20 % seiner Gesamtproduktion ausmachten.
  65. Adressbuch der Gau- und Landeshauptstadt Dresden, 1943/44;
  66. Prototypen als Konzept-Autos mit Zukunftsideen prägten die Industrie. Gläser Dresden gehörte mit den Firmen Erdmann & Rossi in Berlin, Autenrieth in Darmstatt und Buhne in Berlin zu den bekannten Karosseriewerkstätten, die Prototypen bauten und ausstellten. Quelle: Binnebesel, S.122;
  67. Dipl. Ing. Chr. Binnebesel: „Vom Handwerk zur Industrie – Der PKW-Karosseriebau in Deutschland bis 1939“, S. 135;
  68. Werk I - Dresden Litzmannstraße (ehem. Arnoldstraße),
    Werk II - Radeberg Pulsnitzer-/ Oberstraße,
    Werk III - Dresden Industriegelände,
    Werk IV Radeberg Mühlstraße,
    Werk V Radeberg Hindenburg-/ Goldbachstraße;
  69. Adressbuch der Gau- und Landeshauptstadt Dresden, 1943/44;
  70. In den Betriebsübersichten der Stadt Dresden (Pass für Industrie-Unternehmen (dt.-russ.) vom August / September 1945, wird Willy Bochmann noch als Geschäftsführer der Carl Bochmann Spiel- und Metallwarenfabrik, Dammweg 16, bis September 1945 geführt. Danach wurde er 1945 durch die Sowjetische Kommandantur verhaftet und kam 1950 in einem Lager ums Leben;
  71. Kochtöpfe, Hand- und Leiterwagen, Spielzeug;
  72. Wikipedia: Industrieverband Fahrzeugbau (IFA);
  73. Am 1. 9. 1948 wurde das gesamte bisher beschlagnahmte Vermögen der ehem. „Gläserkarosserie GmbH" entschädigungslos durch die sächsische Landesregierung enteignet und dem VEB „Ifa“ zugestellt;
  74. Erich Heuer war 1952, zur Zeit des Konkurses in Ullersricht, 56 Jahre alt. Er zog von Ullersricht nach Rothenstadt, dann nach Pirk, von 1966-1981 lebte er mit seiner Frau Helene, geb. von Wölfel, und seiner Tochter Eva-Maria in Weiden, wo er 1982, im Alter von 86 Jahren verstarb, seine Frau verstarb 1996. Quelle: „Weiden-Region“, 3. Febr. 2013
  75. Durch den nahegelegenen Truppenübungsplatz Grafenwöhr viele Autoreparaturen an amerikanischen Fahrzeugen.
  76. Erich Heuer besaß nach seinem Konkurs eine Karosseriefabrik in Weiden, Pressather Str., mit 2.300 qm Grundfläche und 1.750 qm Verkaufsfläche, die 1976 an die Fa. Eisen-Knorr GmbH verkauft wurde, er gründete am 7. Sept. 1979 erneut eine Karosseriefabrik, Eintrag Handelsregister Weiden i. d. Opf., Handelsregister-Nr. HRA 784;
  77. „Schnellecke Group“ ist ein Logistikunternehmen mit Sitz in Wolfsburg, u.a. werden unter der Dachmarke „KWD Automotive“ Karosserie-Leichtbaulösungen entwickelt und produziert.

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