Stadtwappen Radeberg

Radeberger Stadtwappen und Stadtsiegel - Entstehung, Entwicklung und Blasonierung

von Renate Schönfuß-Krause.  Text und Abbildungen unterliegen dem Urheberschutz.

 

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Er umfasst die Bereiche: 

  • Stadtwappen Radeberg, Stadtsiegel
  • Geschichte, Entwicklung ab 1233 bis Jetztzeit,  Abbildungen,
  • Entstehung des Namens "Radeberg",
  • Castrum Radeberch, Thimo von Radeberch,
  • Wappenbeschreibungen (Blasonierung)

Renate Schönfuß-Krause bei der Recherche im HStA Dresden mit dem originalen Radeberger Stadtsiegel von 1513
Renate Schönfuß-Krause bei der Recherche im HStA Dresden mit dem originalen Radeberger Stadtsiegel von 1513

Für diese Arbeit ist eine Vielzahl historischer Quellen und Einzelnachweise (siehe Quellenverzeichnis) neu erschlossen, ausgewertet und z.T. im historischen Zusammenhang neu bewertet worden. Dabei sind das Original-Siegel bzw. Wappen des Thimo von Radeberg von 1233 sowie das noch 1513 verwendete Original-Siegel (gilt als erstes Stadtwappen seit der Stadtrechtsvergabe 1412), die im Hauptstaatsarchiv Dresden verwahrt sind, einbezogen worden.   

 

1233: Hauptstaatsarchiv Dresden, Reg. 1889 / 12856 No. 447. Depositum des Domkapitels zu Meissen. Dp.Cap.Misnia No. 43.

1513: Hauptstaatsarchiv Dresden, Reg. 1889 No. 447. Depositum des Domkapitels zu Meissen. Dp.Cap.Misnia No. 862 

 

Stadtwappen Radeberg und Siegel von 1233 bis heute.
Stadtwappen Radeberg und Siegel von 1233 bis heute.

Nebenstehende Bild-Tafel zeigt alle bekannten Radeberger Stadtwappen und -Siegel in zeitlicher Folge, beginnend mit dem Siegel des Thimo von Radeberch 1233  bis zum heutigen amtlichen Sadtwappen von Radeberg. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Rechte bei Renate Schönfuß-Krause. 

Texte und Abbildungen unterliegen dem Urheberschutz.

Quellen der Abbildungen siehe Hauptartikel.

Archivalien-Nr. für Bild 1 und Bild 2 im HStA Dresden am unteren Bildrand.

 

Einleitung zur Thematik „Wappen Radeberg“:

von Renate Schönfuß-Krause.  Text und Abbildungen unterliegen dem Urheberschutz.

 

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Radeberg ist auf einem Siegel des Ritters Thimo von Radeberg verzeichnet. 1412 erhielt die Stadt Radeberg von Landgraf Friedrich IV. von Thüringen (1384–1440) das Stadtrecht. Eine Wappen- oder Siegelverleihung wird nicht erwähnt, da die Stadt sich diese, in Anlehnung an ein Siegel des Ritters Thimo von Radeberch von 1233, bereits selbst gegeben hatte. Das Wappenschild zeigt die Veränderung der Schildformen, die im 15. Jahrhundert aufkamen und eine Übergangsform vom Dreieckschild zum Halbrundschild darstellten. Auf dem Wappenbild der Stadt ist ein halbes Rad mit drei Speichen zu sehen, welches beidseitig die Schildränder berührt und mit der Rundung der Radfelge nach oben gerichtet ist. Damit entsteht die Assoziation eines Berges, eines Rad-Berges, also RadBerg wird zu „Radeberg“. Die Tingierung wurde mit: goldener Schild, rotes Rad angegeben. Das Stadtwappen ist ein „Redendes Wappen“ und als Stadtsiegel im Hauptstaatsarchiv Dresden befindlich.

1507 wurde der Stadt für das vorhandene Wappenbild vom Herzog Georg dem Bärtigen von Sachsen (1471–1539) ein Wappenbrief „gnädiglich verliehen“, mit der Beurkundung von „Vermehrungen und Besserungen“ für das bereits vorhandene Wappenschild: die Stellung des halben Rades entsprach wieder dem Wappen des Thimo von Radeberch von 1233, der meißnische Löwe wurde dem Wappen beigegeben (Territorium Mark Meißen, Löwe jedoch nicht im meißnischen Schwarz, sondern Blau), das Schwert, welches den Löwen durchbohrt, als Symbol der Macht der Stadt Radeberg über Leben und Tod und gleichzeitig die Schwertführigkeit für den Landesherrn dokumentierend.

Später angefertigte Wappen und Siegel zeigen nur geringfügige Veränderungen der Schildformen entsprechend des Zeitgeschmackes, behalten jedoch den Grundaufbau der heraldischen Gemeinen Figuren weitgehend bei, auch die Vorgaben der Tingierung. Von 1567–1583 wurde ein rundes Siegel geführt mit einer Umschrift „SIGILLUM + CIVIUM + CIVITATIS + RADEBERG“ (= „Das Siegel der Radeberger Bürger“). Vorübergehend wurde der schreitende heraldische Löwe durch einen zum Sprung steigenden Löwen ersetzt, der heute noch auf dem Schlussstein des Portals am Radeberger Rathaus das Wappen ziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es kurzzeitig zu einer Herausnahme der Machtsymbole Löwe und Schwert aus dem Wappenbild, die durch eine Friedenstaube ersetzt wurden.

Jedoch setzte sich erneut das Wappen mit den Vorgaben des Wappenbriefes von 1507 und dem schreitenden Löwen durch und wurde zur Vorlage für das heutige Wappenbild und das Stadtsiegel. Als Stadtfarben wurde die Tingierung Gold - Blau bzw. Gelb - Blau beibehalten.

 

 

©Renate Schönfuß-Krause

 

23. Oktober 2022