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Radeberg, Grüne Stadt, Grünes Band, Liegau-Augustusbad, Seifersdorfer Tal
Radeberg, Grüne Stadt, Grünes Band, Liegau-Augustusbad, Seifersdorfer Tal, Dorfmühle Liegau, Weiße Mühle Liegau, Grundmühle Radeberg
Radeberg, Grüne Stadt, Grünes Band, Lieg
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Es grünt so grün...

nicht nur "wenn Spaniens Blüten blühen", sondern auch in Liegau-Augustusbad

Grüne Stadt Radeberg, Grünes Band Radeberg, Grüne Industriestadt Radeberg: betrachtet wird der Kern der Grünen Lunge Radebergs, das westlich des Stadtzentrums gelegene Rödertal mit den Abschnitten Lotzdorf, Liegau-Augustusbad, Dorfmühle Liegau, Weiße Mühle Liegau, Grundmühle Radeberg, Marienmühle Seifersdorfer Tal, die Geologie des Rödertales am Westrand der Lausitzer Platte, 

Vollständige, mit umfangreichem Bildmaterial ausgestattete Fassung.       

Gekürzt veröffentlicht in mehreren Folgen, beginnend in

"die Radeberger"  Nr. 38 vom 21.9.2018                                                         


Es grünt so grün...

nicht nur "wenn Spaniens Blüten blühen",

sondern auch in Liegau

 

Das Rödertal mit der Dorflage Liegau und dem Augustusbad

Blick über Lotzdorf mit der Ludwig-Richter-Schule zum Schafberg
Blick vom „Lotzdorfer Gebirge“ auf den Lotzdorfer Taleinschnitt, im Hintergrund der Schafberg

Wie bereits erwähnt, beginnt die Dorflage Liegau nur wenig entfernt von der Lotzdorfer Mühle (Rasenmühle, Wiesenmühle), ab der Lotzdorfer Straßenbrücke über die Große Röder, die nun wieder zum „Grenzfluss“ zwischen dem seit 1920 mit Radeberg vereinigten Lotzdorf und dem Dorf Liegau wird. Das Dorf schließt sich in seinem Richtungsverlauf Lotzdorf an, ist genau wie Lotzdorf ein Reihendorf. Der Unterschied zu Lotzdorf besteht jedoch darin, dass Liegau auf Grund seiner besonderen Lage, mit den steilen Hängen auf der östlichen Seite der Großen Röder, sich nur linksseitig des Flusses ausbreiten konnte und so ein einreihiges Waldhufendorf entstand. Alle Feldwege ziehen sich nur linksseitig zu den Hängen der Waldhufen hin. Erstmalig wurde Liegau im Jahr 1351 als „Lygau“ erwähnt, vermutlich hat es älteren Ursprung und entstand bereits mit dem Beginn des Bergbaues im 13.Jahrhundert und mit den Anfängen der Besiedlung Radebergs und Lotzdorfs.

Die Besiedlung von Liegau vollzog sich nur in der schmalen Tallage der Flussaue, immer entlang der Röder und nicht wie die Lotzdorfs, welches sich von der Hochfläche in einer flachen Geländemulde des Rödertalhanges zur Röder hinabzieht. Liegau wurde 1922 mit Augustusbad vereinigt, 1995 nach Radeberg eingemeindet als „Liegau-Augustusbad“ und ist seitdem ein Ortsteil von Radeberg. Dieser setzt sich aus dem Dorf Liegau mit seinem ehemaligen Rittergut als Zentrumsbereich des Ortes, dem ehemaligen Kurbad Augustusbad und Kleinwachau zusammen.

Bis heute trennt nur das Band der Röder die Lotzdorfer Flur von der Flur Liegau. Optisch gesehen ist der Übergang gleitend, mit den für die Röderlandschaft typischen Auwiesen, die linksseitig der Röder auf Liegauer Gebiet in Bodenerhebungen mit Rasenflächen und Ackerland übergehen, während rechts der Röder, im Lotzdorfer Gebiet, wiederum die steilen Hänge und Felskanten der Westlausitzer Hochfläche mit ihrem kargen Gesteinsboden, einer mageren Vegetation und Waldbewuchs zu sehen sind.

 

Christoph Seydel entdeckt 1716 die Heilquellen, Radeberger Bad, Augustusbrunnen, Augustusbad,
Christoph Seydel entdeckt 1716 die Heilquellen

In diese Hochfläche ist ein tiefes Tal in die Felsplatten eingeschnitten, das in einem kesselförmigen Grund ausläuft, dem sogenannten Tannengrund. Hier wurde bereits im 13. Jahrhundert Bergbau betrieben. Seine Blütezeit mit einer größeren Anzahl Schächte und Stollen ist im 16. Jahrhundert belegt. 1716 entdeckte der Radeberger Bürgermeister Christoph Seydel beim Öffnen eines der verlassenen Stollen, auf der Suche nach Baumaterial für die 1714 abgebrannte Stadt Radeberg, eine Heilwasserquelle. Dieser später als „Augustusbrunnen“ bezeichnete Ort wurde durch ihn zur Kureinrichtung „Radeberger Bad“ ausgebaut, das als deutschlandweit berühmtes, ältestes sächsisches Heilbad 1719 gegründet wurde. Kurfürst August der Starke (1670-1733) ernannte es zum „Augustusbad“

In den „Nachrichten aus dem Röderthal“ von 1897 wird über die Vorzüge der Lage folgendes hervorgehoben: „Es liegt in einem reizenden Seitenthale des Röderflusses, mitten in einem ausgedehnten, das lieblichste Gemisch von Laub- und Nadelholz enthaltenden hügeligen Waldpark. Das Klima ist mild, die Luft rein, ozonhaltig, rauch- und staubfrei, die Lage nebelfrei. Die überaus günstige Thallage des Bades, der bedeutende Waldbestand desselben (…) und die großen Waldungen gewähren genügenden Schutz vor rauhen Winden, insbesondere vor Nord- und Ostwind.“

Eine Besonderheit der Eigentumsrechte an den Fluren des Augustusbades bestand darin, dass die rechte Seite des Taleinschnittes zu dem Dorf Wachau gehörte, die linke Seite war Lotzdorfer Flur, aber der Silberberg mit dem eigentlichen Tannengrunde gehörte ehemals nicht zu Lotzdorf oder Liegau, sondern dem Rate zu Radeberg, der zuerst am Ertrag des Bergbaues, später am Gewinn des Bades maßgeblich beteiligt war und damit zur weiteren Entwicklung und Vergrößerung Radebergs beitrug. Aber auch Radebergs Bürger hatten von der Entdeckung ihres Bürgermeisters Seidel unmittelbare Vorteile. Als Seidel 1724 durch einen Churfürstlichen Rescript als der Erbeigentümer der von ihm entdeckten Quellen und des auf seine Kosten entstandenen eleganten Bades erklärt wurde, machte er sich verbindlich, „allen Radeberger Bürgern, deren Weibern und Kindern und allen in der Stadt wohnenden Anverwanden von der Heilquelle unentgeldlich verabfolgen zu lassen.“ Auch die in der Radeberger Garnison stehenden Herren Offiziere kamen regelmäßig ab 5 Uhr nach dem Bade.

Rödertalblumen (Schlitzblättriger Sonnenhut; Rudbeckia laciniata), Echte sind erkennbar an den grünen Röhrenblüten
„Echte“ Rödertalblumen (Schlitzblättriger Sonnenhut; Rudbeckia laciniata), erkennbar an den grünen Röhrenblüten

1791 erfährt man in dem „Handbuch für Reisende durch Deutschland“ von L. W. Gilbert: „Vorzüglich berühmt ist jedoch Radeberg durch sein vortreffliches 1717 entdecktes Bad, der Augustusbrunnen genannt, das eine halbe Stunde von der Stadt im sogenannten Tannengrunde, einer romantischen, durch Kunst verschönerten Gegend, in den nördlichen Gebirgen zwischen den Dörfern Lotzdorf und Liegau quellt.“ Und in der Berliner „Zeitung für die elegante Welt“ aus dem Jahr 1808 erfährt man, dass „zwischen ihrem edeln Heil- und Gesundheitsborn wilde Gewässer sich einmischen mit Gestrüpp von Binsen und Geröhrig verflochten und man (…), aus ganz nachbarlichen Befruchtungsmagazinen allerlei zufließen ließ, was der ausgemergelten Erdscholle weit mehr zusagt, als dem ausgemergelten Menschenkörper“. Das Quellwasser wurde damals schon vermischt.

Dorfmühle Liegau (linkes Gebäude) mit Wehrteich und Mühlgraben, um 1915
Die Dorfmühle Liegau (linkes Gebäude) mit Wehrteich und Mühlgraben, um 1915

Geht man von der Lotzdorfer Straße über die Röderbrücke die Liegauer Straße entlang, so waren es früher neben dem Rittergut besonders die Mühlen, die für das kleine Bauerndorf von Bedeutung waren. Mühlen waren schon immer auf das Engste mit der Einwanderung und Ansiedlung sesshafter Ritter- und Bauerngeschlechter ab dem 13. Jahrhundert in unserer Gegend verbunden. Mahl- und Brettmühlen zu besitzen, war eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Es muss also in Liegau bereits seit seiner Gründung als Waldhufendorf wenigstens eine Mühle gegeben haben. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts existieren Belege für das Vorhandensein des Rittergutes Liegau, dass aus einem Vorwerk hervorgegangen ist. Unstrittig ist, dass es auch in Liegau für den jeweiligen Grundherrn unumgänglich war, für seine eigene Versorgung Mahl- und Schneidemühlen in seiner unmittelbarsten Umgebung zu besitzen. Die „Dorfmühle“ von Liegau lag in der Mitte des kleinen Dorfes, ihr besonders großer Stauteich reichte fast bis unmittelbar an die Dorfstraße und soll mit wunderschönen Rödertalblumen besetzt gewesen sein.

Auf einer Landkarte von 1759 ist die Dorfmühle bereits verzeichnet, bestand also bereits vor dieser Zeit, 1763 wurde sie als Schrot- und Sägemühle des Rittergutes erwähnt. Um 1900 wurde ein Backhaus hinter der Mühle erbaut und ein Laden eingerichtet. 1954 kam der Mühlenbetrieb zum Erliegen, im Jahr 2010/11 wurde die Ruine der Mühle abgerissen. Die zweite bisher bekannte Mühle des Rittergutes war die „Weiße Mühle“ am Ende der früheren Gemarkungsgrenze zu Wachau.

Petri, Isaak Jacob von Petri, Militärkarte 1759
Ausschnitt aus der Militärkarte von 1759 mit 3 Liegauer Mühlen, von Isaak Jacob von Petri s.a. nachfolgendes "Impressum".

Beim Kartenstudium zu dieser Arbeit wurde nun eine Neuheit an Hand einer Karte aus dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) entdeckt. Drei Signaturen, die für Wassermühlen stehen, sind zu dieser Zeit am Röderfluss in Liegau eingezeichnet, also eine Signatur für die Dorfmühle, eine weitere für eine bisher unbekannte Mühle am Rittergut und die Signatur für die Weiße Mühle. Das weist darauf hin, dass offenbar zu dieser Zeit in Liegau nicht nur zwei Mühlen existierten, wie bisher allgemein angenommen wurde, sondern sogar drei Mühlen. Bisher war das unbekannt und in noch keiner zur Verfügung stehenden Niederschrift/Chronik enthalten.

Churfürstentum Sachsen, Königlich-Preußische Militärkarte von 1759 / 60, von I. J. von Petri (Ausschnitt).  Quelle: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek; df_dk_0001803 (CC BY-SA 4.0)
Das „Impressum“ der Königlich-Preußischen Militärkarte von 1759 / 60, von I. J. von Petri (Ausschnitt). Quelle: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek; df_dk_0001803 (CC BY-SA 4.0)

Es könnte durchaus eine echte Neuheit sein, die auch durch den Umstand an Glaubwürdigkeit gewinnt, wenn man die Entstehungsgeschichte dieser Militärkarten bedenkt. Sie wurde von dem Königlich-Preußischen Kartografen und Major Isaak Jacob von Petri und seinem Stab von Ingenieur-Offizieren angefertigt. Datiert, also gezeichnet, wurde sie in den Jahren 1759 und 1760. Daraus kann man ableiten, dass diese Karte kein Phantasieprodukt von Kartografen der preußischen Armee im Vorfeld der Kriegshandlungen und des Einmarsches der preußischen Armee in Sachsen war, denn Friedrich der Große (1712-1786) hatte bekanntlich die Besetzung Sachsens bereits mehrere Jahre vor Kriegsbeginn geplant. Als die Karte gezeichnet wurde, waren die Preußen „schon lange vor Ort“, sie hatten Sachsen bereits mit Kriegsbeginn 1756/1757 sofort besetzt, und man kann ohne Spekulation davon ausgehen, dass sie sich in ihrem eigenen Interesse gründlich und genau umgeschaut hatten, bevor sie einzeichneten. Dass dies auch so war, verdeutlicht die Legende der obigen „ACCURATE SITUATIONS - CARTE“ - die Preußen waren sehr gründlich.

Ein zusätzlicher Hinweis zu dem Kartenfund könnte nun in den Chronikunterlagen des Heimatvereins Liegau-Augustusbad gefunden worden sein: „In den Jahren 1976-1978 wurden Röderregulierungen in Liegau-Augustusbad vorgenommen und es kam zur Beseitigung von drei Röderwehren, damit verschwanden auch die zu den Mühlen führenden Mühlgräben“. Da das Röderwehr mit Mühlgraben an der Grundmühle noch vorhanden und zu sehen ist, könnte es sich bei den entfernten 3 Wehranlagen durchaus um 3 unmittelbar einst zum Dorf Liegau gehörige Anlagen gehandelt haben. Damit könnte sich die bisherige Vermutung nochmals bestätigen: Drei einstmals vorhandene Wehranlagen deuten darauf hin, dass auch drei Mühlen im Dorf Liegau vorhanden gewesen sein könnten, wie auf der Karte von 1759/1760 eingezeichnet wurde.

Die Liegauer Dorfstraße führt weiter, immer in Nähe des Flussverlaufes, am ehemaligen Rittergut vorbei. Für Liegau (früher auch „Lygau, Ligawe, Legow, Legaw“) bei Radeberg hatte 1351 ein Heinrich von Taubenheim „6 Talente Einkünfte, ebenso der Schulzen und einen Fischteich“. Die Herren und Herrschaften wechselten, damit auch die Zugehörigkeiten, wobei Liegau in den ersten 300 Jahren seines Bestehens nicht der Sitz des jeweiligen Herrengeschlechtes war. Gehörte Liegau zuerst fast 150 Jahre zu Seifersdorf, so wurden „Gut, Dorf Liegau mit dem Vorwerk“ 1579 von Georg von Haugwitz an Johann Moritz von Schönfeld auf Wachau verkauft.

Johann Georg Herrmann, Besitzer Rittergut Liegau, Foto ca. 1883
Johann Georg Herrmann, Besitzer Rittergut Liegau, Foto ca. 1883

Es folgten, seit der Ersterwähnung eines Landgrafen Gero von Balden als Herr von Liegau, die Herren von Knobelsdorf, von Gottschalk, von Wallwitz, von Schönberg.

1835 (1837?) erwarb Johann Georg Herrmann als erster „Nichtadliger Besitzer“ dieses Erb- und Allodial-Rittergut. Herrmann war geschäftstüchtig und verstand es, das vorhandene Potential des Kurbetriebes im Augustusbad für seine eigenen Ziele zu nutzen, indem er mit Veranstaltungen in seinem Rittergut Liegau warb, wie der Eröffnung eines Tanzsalons oder zahlreicher Aktivitäten, wie „Dienstags und Freytags geht man nach dem Dorfe Liegau in die Buttermilch“, bis hin zu Karpfenschmaus und Wildschweinessen auf seinem Rittergutshof. Das alles war bei seinem großen Gut kein Problem, denn bis zum Jahr 1876 gehörte zum Rittergut Liegau auch ein eigener Saugarten am Nordrand der Dresdner Heide / Nähe Nachtflügel.

Als 1841 auf einer Moorwiese des Rittergutsgeländes, in einer Senke unterhalb der später erbauten Forellenschänke, eine Quelle mit eisenhaltigem Wasser entdeckt und gefasst wurde, war das nach anfänglichem Zögern von Herrmann der Anlass für den Bau des „Herrmannbades“, mit einem Badehaus hinter dem Rittergut, unmittelbar an der Röder, das 1857 eröffnet wurde. Das heilkräftige Wasser wurde von der Quellwiese in großen grünen Holzfässern auf Pferdefuhrwerken zum Badehaus am Rittergut gefahren und in die Bottiche und großen Wannen abgefüllt. In den folgenden Jahren kam es durch die stetig steigenden Gästezahlen zu umfassenden Erweiterungen und Verbesserungen der Kuranlage, Gebäude zur Unterbringung der Badegäste wurden errichtet und Parkanlagen geschaffen. Das harte, mineralhaltige Quellwasser wurde mit weichem Röderwasser für Kuren vermischt, woran man erkennen kann, welch gute Wasserqualität der Röderfluss damals besaß. Die Leitung des Bades unterstand dem Radeberger Badearzt Dr. med. Böhme. Das Stahl- und Moorbad Herrmannbad gehörte von 1857-1914 zum Rittergut und erfreute sich mit seiner Lage, eingebettet in die herrliche grüne und romantische Umgebung des Rödertales, zunehmender Beliebtheit. Für den Aufenthalt der Kur- und Badegäste entstanden in dieser Zeit auch die vielen Landhäuser und Villen in Liegau, zumeist in herrlichster Hanglage.

Liegau, Kleinliegau, Herrmannsbad, Forellenschänke, Grundmühle, Weiße Mühle, in Meinhold-Karte 1916
Ausschnitt aus der „Meinhold-Karte“ 1916. Das Herrmannsbad (rechts, rote Markierung), die Kaskade von Forellen-Teichen (Grundmühlenbach, links) um den „Forellen-Wald“ und die „Harthe“ nördlich der Grundmühle sind gut sichtbar.
Forellenschänke Liegau 1929. Rechts dahinter der  „Forellenwald“ mit dem Beginn der Teich-Kaskade.
Die Forellenschänke 1929. Rechts dahinter der „Forellenwald“ mit dem Beginn der Teich-Kaskade. Die Langebrücker Straße war noch unbefestiger Fahrweg.

Ab 1878 wurde Baron Carl Victor von Streit Eigentümer von Rittergut und Bad, verkaufte jedoch bald beträchtliches Rittergutsgelände an das Rittergut Wachau, wie die rechts der Röder in Richtung Grundmühle steil aufsteigende bewaldete „Harthe“, die sich die Wachauer Schlossherren als Wildgehege einrichteten. Als „Harthe“ wurde in früheren Zeiten ein steil abfallender Höhenzug mit bewaldeten Hängen am Rande von Flussauen und Flusstälern bezeichnet. Auch das Flurstück der „Frühmesse“ wurde an die Innere Mission zur Erbauung einer Epileptischen Anstalt verkauft. Unterhalb dieser Hochfläche waren an dem feuchten Felsabhang Sammelbecken für die Wasserzuleitung für das Rittergut erbaut worden, mit Röhrensystemen, die unter der Röder hindurch nach dem linken Ufer zum Bad und Rittergut gelegt worden waren.

Das Herrmannsbad an der Röder erlebte in dieser Zeit seine Glanzzeiten mit Konzertgarten und herrlichen Garten- und Parkanlagen. Im Jahr 1889 wurden Rittergut und Bad erneut verkauft. Der neue Eigentümer war der Landwirt Walter Kürsten, der die Forellenzucht fördern wollte und dazu am Grundmühlenbach in Richtung Röder an die 30 Teiche errichten und die Forellenschänke erbauen ließ (siehe obige Karte und Bild).

Nach Kürstens Ableben und mehreren Besitzerwechseln und Teilverkäufen, die auf Grund der politischen und wirtschaftlichen Situation nach dem Ersten Weltkrieg erforderlich wurden, kam es durch die weitere katastrophale Notlage der Landwirtschaft zunehmend zu Überschuldungen von Rittergütern und großen Objekten.

 

 

 

 

Renate Schönfuß-Krause

Lotzdorf-Historikerin

 

31. August 2018

 

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